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Kurz vor dem Ende herrscht Stille: Aber nicht irgendeine, sondern eine sorgfĂ€ltig komponierte. Hitchcock beschrieb sie so: âIn der SchluĂszene, wenn Rod Taylor die TĂŒr aufmacht und zum erstenmal alles voller Vögel sieht, wollte ich Stille haben, aber nicht irgendeine Stille, sondern eine elektronische Stille von einer Monotonie, als hörte man in der Ferne das Meer. In den Vogeldialog ĂŒbersetzt, bedeutet dieser Ton kĂŒnstliche Stille: 'Wir sind noch nicht ganz so weit, euch anzugreifen, aber wir bereiten uns vor. Wir sind wie ein brummender Motor. Gleich werden wir anspringen'.â
Komponiert und gespielt hat diese Musik letztendlich der deutsche Elektronikpionier Oskar Sala, der dieses Jahr 100 Jahre alt geworden wĂ€re, auf seinem Mixturtrautonium. Mit ihm starb zwar der letzte Mensch, der diesen elektronischen Urklangerzeuger bedienen konnte. Im Deutschen Museum lagern jedoch fast 2000 analoge TonbĂ€nder seiner KlĂ€nge, aus denen Andreas Ammer und Console (Martin Gretschmann), der Elektroniker von âThe Notwistâ, nun digital Hitchcocks Grusel-Klassiker âThe Birdsâ so als Hörspiel zusammenbauen, als ob es den Film nie gegeben hĂ€tte.
Ironischerweise gab es fĂŒr den Film âDie Vögelâ dann weder Musik noch VögelgerĂ€usche, sondern nur elektronische KlĂ€nge. Hitchcock beschrieb sie so: âAuf dem Dachbodenâ - der grausamsten Szene, fĂŒr die der Regisseur seine blonde Hauptdarstellerin eine Woche lang bis zum Nervenzusammenbruch mit wirklichen Vögeln quĂ€lte - âwollte ich einen Ton, der dasselbe bedeutete, wie wenn die Vögel zu Melanie gesagt hĂ€tten: 'Jetzt haben wir dich, jetzt fallen wir ĂŒber dich her, wir brauchen kein Kampfgeschrei auszustoĂen, wir bringen uns nicht in Wut, wir werden einen lautlosen Mord begehen.' Genau das sagen die Vögel zu Melanie Daniel, und das haben mir die Techniker mit dem elektronischen Ton auch gebracht.â - Und genau das, den lautlosen Mord durch elektronische Musik, haben Ammer & Console nun aus den Archiven als Theaterspektakel rekonstruiert. |